Schwangerschaft

Schwangerschaftsvorsorge:

Unter "Frauenärzte im Netz" finden Sie Ihren persönlichen Schwangerschaftskalender.

Durch die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung sollen mögliche Gefahren für Leben und Gesundheit von Mutter oder Kind abgewendet sowie Gesundheitsstörungen rechtzeitig erkannt und der Behandlung zugeführt werden.

Vorrangiges Ziel der ärztlichen Schwangerenvorsorge ist die frühzeitige Erkennung von Risikoschwangerschaften und Risikogeburten.
Der Umfang dieser Vorsorge ist in den Mutterschaftsrichtlinien geregelt. Diese sehen vor:

  • Bei Feststellung der Schwangerschaft eine gynäkologische Untersuchung.
  • Einmalig ein Suchtest auf Chlamydien aus dem Urin
  • Bei jeder Schwangeren sollte zu einem möglichst frühen Zeitpunkt aus einer Blutprobe
    • der TPHA (Treponema-pallidum-Hämagglutinationstest) als Lues-Suchreaktion (LSR)
    • gegebenenfalls ein HIV-Test
    • die Bestimmung der Blutgruppe und des Rh-Faktors D
    • ein Antikörper-Suchtest (AK)
    • eine Bestimmung des Blutzuckers
    durchgeführt werden.

Wenn im Impfbuch 2 Röteln-Impfungen dokumentiert sind, wird Schutz vor Rötenl angenommen. Darum bringen Sie bitte Ihr Impfbuch mit, wenn Sie zur ersten Vorsorge kommen. Können die Impfungen nicht belegt werden, wird das Blut auf Antikörper untersucht.

Ergeben sich im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge Anhaltspunkte für ein genetisch bedingtes Risiko, so ist der Arzt gehalten, die Schwangere über die Möglichkeiten einer humangenetischen Beratung und/oder humangenetischen Untersuchung aufzuklären.

Die nachfolgenden Untersuchungen sollen - unabhängig von der Behandlung von Beschwerden und Krankheitserscheinungen - im allgemeinen im Abstand von 4 Wochen stattfinden und umfassen zusätzlich:

  • Blutdruckmessung
  • Feststellung des Körpergewichts
  • Untersuchung des Mittelstrahlurins auf Eiweiß, Zucker und Sediment
  • Hämoglobinbestimmung
  • Kontrolle des Standes der Gebärmutter
  • Kontrolle der kindlichen Herzaktionen
  • Feststellung der Lage der Kindes

In den letzten zwei Schwangerschaftsmonaten sind im allgemeinen je zwei Untersuchungen angezeigt.

Bei Risikoschwangerschaftenkönnen häufigere als vierwöchentliche Untersuchungen (bis zur 32. Woche) bzw. häufigere als zweiwöchentliche Untersuchungen (in den letzten 8 Schwangerschaftswochen) angezeigt sein.

Ein Suchtest auf einen Gestationsdiabetes (Zuckerstoffweschselstörung in der Schwangerschaft) ist mittlerweile in den Richtlinien vorgesehen. Ich führe den Test regelmäßig zwischen der 25. und 28. Woche durch. Bei einem großen Risiko auch schon früher. Hier können Sie unser Infoblatt dazu ansehen und auch ausdrucken.

Ein weiterer Antikörper-Suchtest ist bei allen Schwangeren (Rh-positiven und Rh-negativen) in der 24. bis 27. Schwangerschaftswoche durchzuführen. Sind bei Rh-negativen Schwangeren keine Anti-D-Antikörper nachweisbar, so soll in der 28 - bis 30. Schwangerschaftswoche eine Standarddosis Anti-D-Immunoglobulin injiziert werden, um möglichst bis zur Geburt eine Sensibilisierung der Schwangeren zu verhindern.

Bei allen Schwangeren ist nach der 32. Schwangerschaftswoche, möglichst nahe am Geburtstermin, das Blut auf HBsAG zu untersuchen. Ist das Ergebnis positiv, soll das Neugeborene unmittelbar nach der Geburt gegen Hepatitis B aktiv/passiv immunisiert werden.

Im Verlauf der Schwangerschaft soll ein Ultraschall-Screening mittels B-Mode-Verfahren durchgeführt werden. Die Untersuchungen erfolgen:

  • von Beginn der 9. bis zum Ende der 12. SSW (1. Screening)
  • von Beginn der 19. bis zum Ende der 22. SSW (2. Screening)
  • von Beginn der 29. bis zum Ende der 32. SSW (3. Screening)

Dieses Ultraschall-Screening dient der Überwachung einer normal verlaufenden Schwangerschaft insbesondere mit dem Ziel:

  • der genauen Bestimmung des Gestationsalters
  • der Kontrolle der somatischen Entwicklung des Feten
  • der Suche nach auffälligen fetalen Merkmalen
  • dem frühzeitigen Erkennen von Mehrlingsschwangerschaften

Bei Risikoschwangerschaften können neben den üblichen Untersuchungen noch folgende in Frage kommen:

  • Ultraschalluntersuchungen (Sonographie)
  • dopplersonographische Untersuchungen
  • Tokographische Untersuchungen vor der 28. Schwangerschaftswoche
  • Kardiotokographische Untersuchungen (CTG)
  • Amnioskopien (Fruchtwasserspiegelung bei Übertragung)
  • Fruchtwasseruntersuchungen nach Gewinnung des Fruchtwassers durch Amniozentese
  • Transzervikale Gewinnung von Chorionzottengewebe oder transabdominale Gewinnung von Plazentagewebe

über diese Richtlinien hinaus betreuen wir sie natürlich bei allen Fragen und Problemen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt. Scheuen Sie sich nicht, uns zu fragen. Gegebenenfalls schicken wir Sie weiter zu anderen Ärzten: zur speziellen geburtshilflichen Diagnostik ambulant oder im Krankenhaus, zum Diabetologen oder zum Hautarzt. Auch die Betreuung durch eine Hebamme schon in der Schwangerschaft ist oft sehr hilfreich.

Meine Anmerkungen:

Sie sehen, die Vorsorgeuntersuchungen enthalten eine große Anzahl von Untersuchungen. Aber die gesamte kassenärztliche Versorgung ist nur ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich. Sie deckt nicht alle sinnvollen oder gewünschten Untersuchungen ab.

Zusätzliche Leistungen

Nicht alle Untersuchungen sind Bestandteil der Vorsorge. So die Untersuchung auf Antikörper gegen Toxoplasmose als reine Screening-Untersuchung. Ich rate dennoch dazu, diese Untersuchung zu Beginn der Schwangerschaft durchführen zu lassen. Haben Sie Antikörper, besteht in der Schwangerschaft keine Gefahr einer Infektion. Haben Sie keine, müssen Sie sich vor einer Infektion schützen: Katzenkontakt so weit wie möglich meiden (kein Katzenklo säubern), nach Gartenarbeit gut die Hände waschen, alle Früchte aus dem Garten gut waschen und auf rohes Schweinefleisch verzichten (keine Mettbrötchen!).

Wenn sie keinen Schutz haben, kontrolliere ich (wenn Sie es möchten) erneut mit der Blutentnahme vor der 28. Woche. Um eine Infektion in der Frühschwangerschaft sicher auszuschließen. Wie gesagt, müssen Sie diese Laboruntersuchungen selbst bezahlen.

Das Ersttrimester-Screening ist eine Kombiantion aus einer speziellen Ultraschallmessung (Dicke der Nackenfalte) und der Bestimmung von 2 Hormonen. Aus diesen Werten wird mit einem speziellen Programm Ihr individuelles Risiko errechnet, daß Ihr Kind eine Chromosomenstörung hat. (s.u.) Ich führe die Untersuchung zwischen der 11. und der 14. Woche durch.

Wie oben geschrieben, gehören nur 3 Ultraschalluntersuchungen zur Vorsorge. Sie haben also keinen Anspruch auf eine Sonographie bei jeder Untersuchung. Zusätzliche Untraschalluntersuchungen, auch mit 3D Ultraschall, mache ich gerne, muß sie aber in Rechnung stellen.

Zur Vermeidung von Frühgeburten gibt es ein spezielles Programm einiger Betriebskrankenkassen. "Hallo Baby". Wenn Sie sich bei mir in dieses Programm einschreiben, bekommen Sie von Ihrer Kasse eine Packung mit Handschuhen, mit denen Sie den pH-Wert in der Scheide selbst messen können. Man weiß, daß ein erhöhter ph-Wert eine bakterielle Infektion anzeigt. Und solche Infektionen können vorzeitge Wehen, und damit Fehl- und Frügeburten auslösen.

Auch einige Ersatzkassen stellen Ihren Versicherten diese Handschuhe zur Verfügung. Ich werde Sie darauf hinweisen. Außerdem haben einige Krankenkassen spezielle Angebote, z.B. extre Ultraschall-Untersuchungen oder Messund er zervixlänge. Frage Sie ggf. bei Ihrer Kasse nach.

Zur Erleichterung der Geburt führe ich auch eine Geburtsvorbereitung mit Akupunktur durch. Bitte sagen Sie rechtzeitig Bescheid, wenn Sie sie wünschen. Auch hier unser Infoblatt dazu als PDF Datei.

Pränataldiagnostik

Jede Schwangere fragt sich: Ist mein Kind auch gesund?
Die häufigsten Fehlbildungen sind:

Untersuchungsmethoden:

Down-Syndrom

Normalerweise besitzt jeder Mensch in jeder seiner Körperzellen 22 Chromosomenpaare, die je zur Hälfte vom Vater, zur anderen Hälfte von der Mutter stammen. Beim Down-Syndrom kommt das Chromosom Nr. 21 aber dreifach statt zweifach vor.

Das Down-Syndrom wird im Volksmund häufig noch als Mongolismus bezeichnet und ist unter diesem Begriff meistens bekannter. Von 700 Frauen bekommt ca. eine ein Kind mit Down-Syndrom. Dieses Risiko jedoch steigt mit dem mütterlichen Alter, so daß bei 35-jährigen Frauen bereits unter 380 Schwangerschaften eine mit einem Down-Syndrom erwartet wird. Aber was versteht man eigentlich unter Down-Syndrom?

Das typische Down-Syndrom kann man ebensowenig beschreiben, wie den typischen Menschen, da Down-Syndrom-Kinder genauso facettenreiche Persönlichkeiten sind, wie andere Kinder auch:. Sie haben verschiedene Temperamente und Vorlieben und selbstverständlich benötigen auch sie Zuwendung und Liebe, wie alle Kinder. In 99% aller Fälle allerdings ist die Entwicklung dieser Kinder verzögert, wobei hier sehr große Unterschiede von leichten bis schweren Beeinträchtigungen vorliegen können.

Eigentlich alle lernen später als andere Kinder laufen und sprechen und werden auch zu einem späteren Zeitpunkt erst sauber, und: Kein Test der Welt - auch nicht die Fruchtwasseruntersuchung - kann Ihnen vorhersagen, wie stark oder wie wenig Ihr Kind - sollte es eine Trisomie 21 haben - betroffen sein wird. Auch im äußeren Erscheinungsbild gibt es mehr oder weniger stark ausgeprägte Unterschiede, von denen nur die häufigsten an dieser Stelle aufgezählt werden sollen: In 86% der Fälle sind die Lidachsen von Down-Syndrom-Kindern schräggestellt, was der Trisomie 21 auch den Namen Mongolismus eingebracht hat. Ca die Hälfte aller Kinder weist eines oder mehrere der folgenden Merkmalen auf:

  • flachere Nase als andere Kinder
  • leicht offen stehender Mund
  • im Vergleich zum übrigen Körper kurzer Hals
  • schwach ausgebildete Bauchmuskulatur.

Manchen Kindern sieht man es aber auch nicht an, daß Sie das Down-Syndrom haben. In ca. 40-60% aller Fälle liegen angeborene Herzfehler vor.

Nach der Geburt haben Down-Syndrom-Kinder häufiger Anpassungs-, Atem- und Trinkstörungen als andere Kinder, und sie sind anfälliger für Infekte aller Art. Fast alle Kinder können aber trotz der Trinkstörungen gestillt werden. Wie ein Kind mit Down-Syndrom sein wird, wie es aussehen wird, worin es sich von anderen Kindern unterscheidet, all das kann Ihnen also niemand voraussagen. Eines aber ist sicher: Durch intensive Frühförderung hat man eine große Möglichkeit, die Entwicklung dieser Kinder günstig zu beeinflussen. Dazu zählen Krankengymnastik, Sprachschulungen, aber auch ein frühzeitiger Seh- und Hörtest und vor allen Dingen natürlich liebevolle Zuwendung.

Es gibt Hinweise im Ultraschall auf eine Trisomie 21, sie ist aber nicht sicher zu erkennen oder auszuschließen!

Trisomie 18 (Edwards-Syndrom)

Bei der Trisomie 18 liegt auch wieder ein Chromosom dreifach statt doppelt in den Körperzellen vor, nur ist es dieses Mal das Chromosom mit der Nr. 18.

Die Trisomie 18 ist eine sehr selten vorkommende genetische Fehlbildung. Hier wird erwartet, daß auf 5.556 Schwangerschaften nur eine einzige mit einer Trisomie 18 vorkommt. Das Geburtsgewicht dieser Kinder ist niedrig und sehr viele Trisomie-18-Kinder sterben kurz nach der Geburt. Weitere Merkmale der Trisomie 18 sind u.a. Herzmißbildungen, deformierte Ohren, verkleinerter Unterkiefer, kurzes Brustbein, gebeugte Fingerhaltung, wobei die Beugefurchen fehlen.

Die Fehlbildungen fallen in der Regel durch das routinemäßige Ultraschallscreening auf.

Neuralrohrdefekt

Das Neuralrohr ist eine normalerweise geschlossene Anlage zwischen Gehirn und Rückenmark. Von daher ist bei Schädigungen in diesem Bereich auch das zentrale Nervensystem betroffen. Je nachdem, wo der Defekt sitzt, unterscheidet man verschiedene Formen von Neuralrohrdefekten und verschiedene Schweregrade. Von 1000 Kindern werden etwa 2 mit einem Neuralrohrdefekt geboren. Im folgenden wird nur auf 2 Formen etwas näher eingegangen:

Am häufigsten tritt die Spina bifida auf, eine sehr harmlose Form von den Neuralrohrdefekten. Einige Merkmale, von denen keines, mehrere oder alle vorkommen können, sind:

  • verstärkte Behaarung
  • gutartige Unterhautfettgewebsgeschwulst
  • Blasenentleerungsstörungen
  • Beindeformierungen
  • geistige Beeinträchtigungen.

Noch seltener, aber schwerwiegender ist die Anenzephalie mit schwersten neurologischen Störungen, da hier ein Teil des Gehirnes fehlt. Kinder mit Anenzephalie sterben meistens noch vor oder kurz nach der Geburt. Ein Anencephalus und eine größere Spaltbildung des Rückens fallen im routinemäßigen Ultraschallscreening auf.

Einem Neuralrohrdefekt und dadurch früh ausgelösten Fehlgeburten können Sie durch eine rechtzeitige Folsäureeinnahme vorbeugen!

Wie können die genannten Fehlbildungen vor der Geburt erkannt werden?

Eine Chromosomenstörung wird mit letzter Sicherheit nur durch eine Fruchtwasseruntersuchung(ab SSW 15) oder eine Chorionzottenbiopsie diagnostiziert. Da die Fruchtwasseruntersuchung nicht ohne Risiko für Ihr Kind ist, wird sie nicht routinemäßig bei allen Schwangeren durchgeführt, sondern nur dann, wenn das Risiko für das Vorliegen einer Fehl­bildung hoch ist.

Die Fruchtwasseruntersuchung

Bei der Fruchtwasseruntersuchung wird durch die Bauchdecke hindurch unter Ultraschallbeobachtung eine kleine Menge Fruchtwasser entnommen. Sie wird ab der 15. Woche durchgeführt. Aus dem Fruchtwasser können kindliche Zellen gewonnen werden. Dann können von den kindlichen Zellen die Chromosomen untersucht werden. Die Fruchtwasseruntersuchung kann mit sehr hoher Sicherheit Trisomien und andere Fehlbildungen aufdecken. Routinemäßig wird sie nicht empfohlen, da dieser Eingriff leider auch mit einem - wenn auch sehr geringen - Fehlgeburtsrisiko verbunden ist. Das Risiko liegt bei etwa 1-3%. Mögliche Folgen einer Amniozentese (so der medizinische Begriff für die Fruchtwasseruntersuchung) können auch ein vorzeitiger Blasensprung oder eine Fehlgeburt sein. Das Ergebnis der Fruchtwasseruntersuchung liegt erst nach ca. zwei Wochen vor. Diese Wartezeit auf das Ergebnis stellt sich für viele Frauen als psychisch sehr belastend dar.

Die Chorionzottenbiopsie

Die Chorionzottenbiopsie kann dagegen schon ab der 11. Woche durchgeführt werden. Heute wird im allgemeinen durch die Bauchdecke Gewebe vom Chorion (daraus entsteht die Plazenta) gewonnen. Das Ergebnis liegt innerhalb einer Woche vor. Dadurch hat die werdende Mutter sehr schnell das Ergebnis. Leider ist die Fehlgeburtsrate noch etwas höher.

Ultraschalluntersuchungen

Mittels Ultraschall kann man anatomische Fehlbildungen und Wachstumsstörungen des Kindes erkennen. Aber natürlich kann man nicht alle Störungen des Kindes erkennen. Reine Funktionsstörungen kann man eben nicht sehen. Und Veränderungen des Herzens, die erst nach der Geburt auffällig werden (z.B. Nichtschließen des Ductus Botalli) sind auch nicht zu sehen!

Hinweise auf Chromosomenstörungen kann schon die erste Screening-Untersuchung zeigen. Allerdings nur, wenn sie relativ spät im Untersuchungszeitraum (also 11. oder 12. SSW) oder bis zur 14. Woche durchgeführt wird.

Eine erhöhte „Nackentransparenz“ ist ein Hinweis, der ggf. näher abgeklärt werden muß. In Zusammenhang mit Hormonbestimmungen ergibt diese Messung computerberechnet eine Wahrscheinlichkeit für eine Chromosomenstörung des Kindes. Sogenanntes „Ersttrimester-Screening“

In der 20. Woche ist ein Fehlbildungsultraschall (nicht bei mir, sondern bei einer Spezialistin) möglich. Entweder, wenn bei „Altersindikation“ keine Chromosomenbestimmung durchgeführt wurde, oder wenn es andere Risikofaktoren oder Befunde gibt. Hier können insbesondere Herzfehler sicher erkannt (oder lieber ausgeschlossen) werden. Auch Hinweise auf Chromosomenstörungen können sich ergeben. Diesen muß dann ggf. mit einer Amniocentese nachgegangen werden. Aber auch ein Ultraschallspezialist kann eine Trisomie 21 nicht sicher erkennen. Ein Restrisiko bleibt immer!

Mutterschutz

Wenn Sie aus aktuellem Anlaß etwas zum Thema "Mutterschutz" erfahren möchten, soll Ihnen das Informationsblatt des Staatlichen Amtes für Arbeitsschutz Coesfeld weiterhelfen: Das Staatliche Amt für Arbeitsschutz ist zuständig für das Gebiet der kreisfreien Stadt Münster und der Kreise Coesfeld, Steinfürt und Warendorf. Zusätzliche Fragen können gerne mit den angegebenen Gesprächspartnern erörtert werden. Auch ein persönliches Ge­spräch ist nach Vereinbarung möglich.

Im Gesetz zum Schütze der erwerbstätigen Mutter (Mutterschutzgesetz - MuSchG -) in der Fassung der Bekanntmachung vom 17.01.1997 (BGB1. I S. 22/293) sind u. a. folgende Dinge geregelt:

Gestaltung des Arbeitsplatzes:

Jeder Arbeitgeber ist nach dem Mutter­schutzgesetz verpflichtet, den Arbeitsplatz einer werdenden oder stillenden Mutter so zu gestalten, daß Leben und Gesundheit von Mutter und Kind durch die berufliche Tätig­keit nicht gefährdet werden (§ 2 MuSchG).

Beschäftigungsverbote:

  • Verbot der Weiterbeschäftigung, wenn nach ärztlichem Zeugnis (z. B. behandelnder Arzt, Betriebsarzt) durch die Tätigkeit Leben oder Gesundheit von Mutter und Kind gefährdet sind (§ 3 Abs. l MuSchG)
  • Verbot der Beschäftigung mit schweren körperlichen Arbeiten sowie mit Arbeiten unter schädlichen Einwirkungen von gesund­heitsgefährdenden Stoffen oder Strahlen, von Staub, Gasen oder Dämpfen, von Hitze, Kälte oder Nässe, von Erschütterungen oder Lärm (§ 4 Abs. l MuSchG)
  • Verbot der Nachtarbeit zwischen 20.00 Uhr und 6.00 Uhr (§ 8 Abs. l MuSchG). Aus­nahmen für bestimmte Gewerbezweige: siehe § 8 Abs. 3 MuSchG
  • Verbot der Mehrarbeit, d. h. Arbeitszeiten von mehr als 8,5 Stunden pro Tag bzw. 90 Stunden pro Doppelwoche (§ 8 Abs. l und 2 MuSchG)
  • Verbot der Sonn- und Feiertagsarbeit (§8 Abs. l MuSchG). Ausnahmen für bestimmte Gewerbezweige: siehe § 8 Abs. 4 MuSchG.

Mitteilungspflicht, ärztliches Zeugnis:

Werdende Mütter sollen dem Arbeitgeber ihre Schwangerschaft und den mutmaßlichen Tag der Entbindung mitteilen, sobald ihnen dies bekannt ist. Auf Verlangen des Arbeit­gebers sollen sie das Zeugnis eines Arztes oder einer Hebamme vorlegen. Der Arbeit­geber hat das Staatliche Amt für Arbeits­schutz unverzüglich von der Mitteilung der werdenden Mutter zu benachrichtigen. Er darf die Mitteilung der werdenden Mutter Dritten nicht unbefugt bekanntgeben (§ 5 Abs. l MuSchG).

Kündigungsschutz:

Die Kündigung gegenüber einer Frau wäh­rend der Schwangerschaft und bis zum Ab­lauf von vier Monaten nach der Entbindung ist unzulässig, wenn dem Arbeitgeber zur Zeit der Kündigung die Schwangerschaft oder Entbindung bekannt war oder innerhalb zweier Wochen nach Zugang der Kündigung mitgeteilt wird; das Überschreiten dieser Frist ist unschädlich, wenn es auf einem von der Frau nicht zu vertretenden Grund beruht und die Mitteilung unverzüglich nachgeholt wird (§ 9 Abs. l MuSchG).
Nimmt eine Frau den Erziehungsurlaub in Anspruch, so verlängert sich der Kündi­gungsschutz entsprechend.

Mutterschaftsgeld:

Frauen, die Mitglieder einer Krankenkasse sind, haben für die Zeit der Schutzfristen (6 Wochen vor, 8 bzw. 12 Wochen nach der Niederkunft) Anspruch auf Mutterschaftsgeld (§ 13 Abs. l MuSchG).

Zuschuß zum Mutterschaftsgeld:

Frauen, die Anspruch auf Mutterschaftsgeld haben, erhalten für die Zeit der Schutzfristen von ihrem Arbeitgeber einen Zuschuß in Höhe des Unterschiedsbetrages zwischen dem Mutterschaftsgeld und dem Nettoentgelt (§ 14 Abs. l MuSchG).

Staatliches Amt für Arbeitsschutz Coesfeld
Leisweg 12 48653 Coesfeld
Telefon: 02541/911-0 Telefax: 02541/9ll-644

Schwanger sein

Eine Schwangerschaft ist ein normaler Zustand für eine Frau. Beim ersten Mal aber immer ungewohnt und neu. Die Frau muß sich auf die Veränderungen des Körpers einstellen. Dazu kommt immer die Angst um das Kind mit der Frage: "Darf ich das denn in der Schwangerschaft?"

Ernährung in der Schwangerschaft

Der dicke Bauch wird schon von alleine rund: Eine Frau, die ein Kind erwartet, braucht deshalb keineswegs größere Portionen auf ihren Teller zu laden. Sie benötigt in der Schwangerschaft kaum zusätzliche Kalorien, dafür allerdings viele wertvolle Nährstoffe, die für Wachstum und gutes Gedeihen des Ungeborenen notwendig sind. Darauf wies jetzt der Berufsverband der Frauenärzte hin.
Der Bedarf an Energie ist in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft kaum nennenswert erhöht. Später sind etwa 200 bis 300 Kalorien am Tag mehr durchaus empfehlenswert. Das ist jedoch weniger, als die meisten Menschen meinen: 100 Kalorien sind schon in zwei mittelgroßen Kartoffeln enthalten, drei Eßlöffel Gemüse mit einem Teelöffel Butter oder Margarine bringen 200 Kalorien auf die Waage.
Allerdings muß die werdende Mutter versuchen, mit diesen wenigen Zusatzkalorien eine deutlich erhöhte Menge an Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen zu sich zu nehmen, die ihr eigener Körper und der Organismus ihres Babys jetzt dringend brauchen, unterstreicht der Berufsverband der Frauenärzte. Gerade jüngere Frauen, die sich bis dahin aus Zeitmangel nur mit Junkfood und schnellen Riegeln ernährt haben oder aus Figurgründen gewohnt waren, auf vollständige Mahlzeiten zu verzichten, müssen jetzt radikal umdenken. Sie müssen zwar nicht "für zwei essen", aber sehr wohl für zwei denken und sich um die richtige Zusammensetzung ihres Kostplans ernsthafte Gedanken machen. Folgende Empfehlungen des Frauenarztverbandes können ihnen dabei helfen:

  • Essen Sie regelmäßig mehrere Male am Tag. Es ist nicht gut für das Kind, wenn die Mutter längere Zeit hungert, zum Beispiel, wenn sie morgens auf das Frühstück verzichtet.
  • Essen Sie wenigstens einmal am Tag, mittags oder abends, eine warme Mahlzeit mit Kartoffeln, Gemüse oder Salat und Fleisch oder Fisch. Damit sorgen Sie für ausreichende Nährstoffe.
  • Ernähren Sie sich jetzt nicht fettarm. Decken Sie den Bedarf an lebensnotwendigen Fettsäuren aus Vollmilch, Butter, Käse und aus Sonnenblumen- oder Maiskeimöl und Margarine. Bei Fleisch und Wurst sollten Sie dagegen die mageren Sorten bevorzugen.
  • Greifen Sie statt zu Weißbrot, Toast oder Brötchen zu Vollkornprodukten. Sie enthalten außer Kohlehydrate und Vitamine viele Ballaststoffe und wirken so einer Verstopfung entgegen.
  • Seien Sie sparsam mit Süßigkeiten, Kuchen und Limonaden, dafür dürfen Sie mit frischem Obst, Müsli und reinen Fruchtsäften durchaus verschwenderisch umgehen.
  • Trinken Sie viel, am Tag einen bis eineinhalb Liter, und zwar zusätzlich zu dem halben Liter Milch, den Sie pro Tag zu sich nehmen sollten. Statt süßen Getränken sollten Sie ungesüßte Früchte- und Kräutertees und Mineralwasser trinken. Aber Finger weg vom Alkohol: Er könnte das Baby schwer schädigen.
  • Vitamine sind hitzeempfindlich. Sie sollten deshalb Gemüse, Salat und Kräuter möglichst oft roh oder blanchiert verzehren.
  • Es gibt allerdings drei Nährstoffe, die in der täglichen Nahrung entweder von vornherein nicht ausreichend vorhanden sind oder für die in der Schwangerschaft ein stark erhöhter Bedarf besteht. Als wichtigste Problemsubstanz nennt der Berufsverband der Frauenärzte die Folsäure. Dieses Vitamin der B-Gruppe spielt im Stoffwechsel eine sehr wichtige Rolle. Ein Mangel daran kann zu Fehlgeburten führen und erhöht zudem das Risiko des Babys für sogenannte Neuralrohrdefekte. Das sind Fehlbildungen wie Wasserkopf und offener Rücken. Folsäure ist in grünem Blattgemüse, Hefe- und Vollkornprodukten enthalten.
  • Für die Blutbildung wird Eisen benötigt. Gute Eisenquellen sind mageres Fleisch, Hülsenfrüchte, dunkelgrünes Blattgemüse und Eier. Besser als früher, aber nach wie vor unzureichend ist die Versorgung der Schwangeren hierzulande mit Jod. Dieser Mineralstoff ist wichtig für die Schilddrüse, aber auch für das Wachstum des Ungeborenen. Wichtige Quellen für Jod sind Seefisch und jodiertes Salz.

Medikamente

Wenn eine Frau regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte sie eine geplante Schwangerschaft vorher mit ihrem Frauenarzt besprechen. Die meisten Dauermedikamente dürfen in der Schwangerschaft weiter genommen werden. Oder sie werden auf verträgliche Präparate umgestellt. Wenn Sie in der Schwangerschaft wegen anderer ERkrankungen Medikamente benötigen, weisen Sie den Arzt auf Ihre Schwangerschaft hin.

Oft sind wegen Beschwerden in der Schwangerschaft Meidkamente erforderlich. Da viele Medikamente rezeptfrei sind, kann ich sie nicht mehr auf einem Kassenrezept verschreiben. Denn rezeptfreie Medikamente werden nicht mehr von der Kasse bezahlt. Sie bekommen dann von mir ein Privatrezept

Falls aber wegen einer Blutarmut ein Eisenpräparat notwendig wird, wird es aber auf einem Kassenrezept verordnet. Auch andere notwendige Medikamente (z.B Wehenhemmung oder Antibiotika) zahlt die Krankenkasse. Schwangere sind hier sogar von der Rezeptgebühr befreit.

Vitamine

Wie oben schon ausgeführkt, hat die Schwanger einen erhöhten Bedarf an Vitaminen. Die Folsäure sollte schon vorher eingenommen werden. Außerdem ist die Gebe von 200µg Jod notwendig. Darum rate ich zu einem Vitaminpräparat für Schwangere. Davon gibt es eine große Auswahl. Sie müssen sie selbst bezahlen, sie sind keine Leistung der Krankenkasse. Sie sollten sie die ganze Schwangerschaft und auch die Stillzeit hindurch nehmen.

Man weiß heute, daß die Entwicklung des kindlichen Gehirns auch von der Versorgung mit langkettigen Fettsäuren abhängt. Darum gibt es Zusätze, zu denen ab der 24. Woche geraten wird.

Rauchen - das Babygift

Auf die Gefahr hin, sich bei einigen Patientinnen unbeliebt zu machen, hat jetzt der Berufsverband der Frauenärzte erneut mit großem Nachdruck vor dem Rauchen in der Schwangerschaft gewarnt. "Wenn eine werdende Mutter weiter raucht, raucht sie für zwei!" stellte der Präsident des Gynäkologenverbandes, Dr. Armin Malter, fest. Er fügte hinzu: "Rauchende Schwangere setzen auch ihr ungeborenes Kind nachhaltigen gesundheitlichen Gefahren aus. Babys, die schon im Mutterleib gezwungen sind mitzurauchen, haben später nachweislich mit einer Reihe von Gesundheitsstörungen zu kämpfen."
Daß Rauchen während der Schwangerschaft das Ungeborene schädigt, sollte heute eigentlich jede werdende Mutter wissen. Dennoch hat die Sucht nach dem blauen Dunst viele Frauen derart fest im Griff, daß sie auch in dieser Situation nicht in der Lage sind, ihren Zigarettenkonsum aufzugeben oder entscheidend einzuschränken. Aus einer aktuellen Dokumentation der Mutterschaftsvorsorge-Ergebnisse bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in Köln geht hervor: 12,2 % aller werdenden Mütter können auch während der Schwangerschaft nicht auf Zigaretten verzichten.
Dabei wächst mit jeder einzelnen Zigarette das Risiko für das Baby, in seiner Entwicklung beeinträchtigt zu werden, betont der Frauenarztverband. Weltweite Studien haben in den letzten Jahren folgende Nachteile des Rauchens für das Ungeborene eindeutig belegen können:

  • Babys, die schon vor der Geburt mitrauchen mußten, sind später in ihrer intellektuellen Entwicklung verzögert. Sie liegen noch im Alter von 16 Jahren beim Rechnen, Lesen und Sprechen hinter ihren Altersgenossen zurück.
  • Auch aggressives und starrköpfiges Verhalten wird bei den Kindern von Raucherinnen häufiger beobachtet, wobei die Kinder um so aggressiver werden, je mehr die Mütter in der Schwangerschaft geraucht haben.
  • Auch für die Entwicklung von Allergien, Neurodermitis und Asthma ist das Rauchen während der Schwangerschaft ein besonders ernst zu nehmender Risikofaktor.
  • Der Berufsverband der Frauenärzte betont: Je früher eine Schwangere das Rauchen aufgibt, desto größer sind die Chancen, daß ihr Baby normalgewichtig und ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Welt kommt. Verbandspräsident Dr. Armin Malter: "Der Verzicht auf die Zigarette lohnt sich immer, sogar noch kurz vor der Geburt." Die häufig erhobene Behauptung, das plötzliche Beenden des Rauchens in der Schwangerschaft belaste das Ungeborene, konnte noch nie wissenschaftlich bestätigt werden. Und auch die unangenehmen Entzugserscheinungen, die in den ersten Tagen nach dem Verzicht auf Zigaretten bei der Mutter auftreten können, sind nicht zu vergleichen mit der seelischen Belastung durch das Wissen, das Baby durch das Rauchen möglicherweise dauerhaft geschädigt zu haben."
  • Die Frauenärzte unterstreichen: Jede nicht gerauchte Zigarette ist ein Gewinn für das ungeborene Kind. Das gilt übrigens auch für den Vater des Kindes und die Umgebung der Schwangeren: Werdende Mütter sollten deshalb nicht nur zu Hause, sondern auch an ihrem Arbeitsplatz und in der Freizeit auf saubere, rauchfreie Luft bestehen.
  • Das Nikotin verengt die Gefäße, verringert die Durchblutung der Plazenta (Mutterkuchen) und läßt den Blutdruck auch beim Baby ansteigen.
  • Das beim Rauchen entstehende hochgiftige Kohlenmonoxid verbindet sich mit dem Blutfarbstoff der roten Blutkörperchen und verdrängt daraus den Sauerstoff. Das Kind leidet unter einem chronischen Sauerstoffmangel und ringt - bildlich gesprochen - regelrecht nach Luft.
  • Die etwa 3.800 Abbauprodukte der Zigarette werden aus dem Blut der Mutter ungefiltert ans Baby weitergegeben. Darunter befinden sich Cadmium und andere Schwermetalle, radioaktive Substanzen und nach den neuesten Erkenntnissen sogar krebserregende Stoffe, die sich nach der Geburt im Urin des Neugeborenen nachweisen lassen.
  • Die Folgen dieser schleichenden Vergiftung im Mutterleib sind mittlerweile vielfach wissenschaftlich dokumentiert worden, betont der Berufsverband der Frauenärzte. Als Folge der schlechten Durchblutung der Plazenta erhält das Ungeborene weniger Nährstoffe. Es wächst deshalb langsamer und wird besonders oft zu klein und untergewichtig geboren. Die Kinder rauchender Mütter kommen häufiger als Babys von Nichtraucherinnen zu früh zur Welt. Ihr Risiko für Mißbildungen oder für den sogenannten plötzlichen Kindstod im Säuglingsalter ist ebenfalls erhöht.
  • Neben diesen unmittelbaren Folgen des mütterlichen Rauchens gibt es eine Reihe von Belastungen, die erst später zutage treten, heißt es in der Stellungnahme der Gynäkologen weiter. Sie nennen dafür bedenkenswerte Zahlen:
  • Wenn die Mutter während der Schwangerschaft geraucht hat, liegt das Risiko für ihr Kind, später verhaltensauffälllig und hyperaktiv zu werden, bei 22 %, während die Kinder von Nichtraucherinnen nur zu 8 % von einem solchen Schicksal betroffen sind.

Arbeiten in der Schwangerschaft

Prinzipiell kann eine Schwangere in der Schwangerschaft arbeiten. Zum Mutterschutz siehe oben. Die Umstellung, die Reaktion im Betrieb, der Weg zur Arbeit oder auch Änderungen durch den Mutterschutz erzeugen oft Probleme. Hier muß eine individuelle Lösung für jede Schwangere gefunden werden. Meist spielt sich alles wieder ein und bis zum Eintritt der Schutzfrist kann die Argeit fortgesetzt werden.

Bei Erkrankungen, die mehr als Befindensstörungen sind, ist auch eine Arbeitsunfähigkeit für ein paar Tage möglich möglich. Bei ernsthaften Erkrankungen auch länger.

Wenn nicht der Zustand der Schwangeren, sondern die Bedingungen der Arbeit ein Risiko für Mutter und Kind sind, muß ich ein Beschäftigungsverbot aussprechen. Das kann sich auf bestimmte Tätigkeiten, auf bestimmte Arbeitsbedingungen und -zeiten oder die Gesamte Tätigkeit erstrecken. Finanzielle Einbußen darf die Schwangere dadurch nicht haben.

Sport in der Schwangerschaft

Eine Schwangere, die regelmäßig Sport getrieben hat, darf das prinzipiell in der Schwangerschaft weiter tun. Sie sollte sich beobachten: gearde zu Beginn der Schwangerschaft ist der Kreislauf oft labil, die Frau ist nicht mehr so belastbar wie gewohnt. Dann muß eben eher und öfter eine Pause eingelegt werden. Und wenn es nicht bekommt - dann lassen Sie es eben sein. Das gleiche gilt für die Sauna: wenn Sie sich wohlfühlen, ist es in Ordnung. Sport selbst gefährdet eine normale Schwangerschaft praktisch nicht. Aber Unfälle bei gefährlichen Sportarten können Probleme (Narkose, Operation, Medikamente) nach sich ziehen. Hier muß die Schwangere ihr Risiko abwägen.

Bei Komplikationen in der Schwangerschaft wie Wehen oder Blutungen, sollte natürlich auch der Sport eingestellt werden.

Typische Probleme

Es gibt typische Problem, die bei vielen Schwangeren auftreten. Viele sind lästig, die meisten nicht gefährlich. Sie sollten dennoch alle Ihre Beschwerden bei den Vorsorgeuntersuchungen ansprechen. Oft reicht es, wenn ich Sie beruhigen kann. Manchmal ist auch eine Behandlung sinnvoll.

Schwangerschaftskonflikt

Nicht jede Schwangerschaft ist gewünscht. Jede Frau hat auch Gründe, warum die Schwangerschaft zu dem Zeitpunkt nicht günstig ist. Wenn dies nicht nur einen Schreck auslöst, sondern ein wirkliches Problem ist und auch ein Schangerschaftsabbruch denkbar ist, sollten Sie nach Feststellung der Schwangerschaft eine Beratungsstelle aufsuchen. Dort können Sie Ihren Konflikt ausführlich besprechen. Sehen Sie dazu auch meine Informationen zum Schwangerschaftsabbruch.

Übelkeit, Erbrechen

Übelkeit, nicht nur am Morgen, ist ein typisches Zeichen der Schwangerschaft. Oft kommt auch ab und zu Erbrechen dazu. Manchmal ausgelöst durch Gerüche. Diese Übekeit ist lästig, aber nicht gefährlich für Mutter oder Kind. Meistens verschwindet sie mit der 12. bis 14. Woche. Wenn das Erbrechen allerdings sehr häufig ist und Sie kaum noch Nahrung oder Getränke bei sich behalten, muß man diese Hyperemesis behandeln. Dies geht oft sehr gut mit einer individuell ausgesuchten homoöpathischen Therapie. Auch eine Ohr-Akupunktur mit Dauernadeln hilft oft sehr gut. Erst wenn das nich ausreicht, setze ich Medikamente gegen die Übelkeit ein. Eine Infusionstherapie im Krankenhaus ist darum nur extrem selten notwendig.

Ausfluß und Entzündungen der Scheide

In der Schwangerschaft ist der Ausfluß aus der Scheide meist vermehrt. Das liegt an den hohen Östrogenen und ist harmlos. Allerdings ist die Schwangerschaft auch ein Risikofaktor für Pilzfektionen. Diese machen sich durch krümeligen Ausfluß und Jucken und Brennen bemerkbar. Manche Frauen bemerken auch keine Beschwerden. Obwohl Pilzinfektionen keine Wehen auslösen und den Kind nicht schaden (außer bei der Geburt), werden sie behandelt. Typischerweise mit Scheidenzäpfchen und Salbe.

Nicht harmlos sind bakterielle Entzündungen der Scheide. Diese können zu Wehen, Öffnung des Muttermundes und dadurch zur Fehl- oder Frühgeburt führen. Erkannt wird die Entzündung durch Veränderung des Milieus der Scheide: der pH Wert steigt vom Normalwert 4,0 auf über 5,0 an. Solche Veränderungen werden mit Scheidenzäpfchen, die die Scheide ansäuern, behandelt.

Um das Risiko einer Frügeburt zu Verringern, stellen einige Krankenkassen ihren Versicherten pH-Testhandschuhe zur Verfügung. Damit kann die Schwangere ein- bis zweimal in der Woche zu Hause selbst den pH-Wert in der Scheide bestimmen. Bei Auffälligkeiten kommt sie dann zur Kontrolle in die Praxis.

Rückenschmerzen

Auch Rückenschmerzen sind ein häufiges Übel in der Schwangerschaft. Durch hormonelle Einflüsse werden die Bänder der Wirbelsäule und der Symphyse (der Schamknorpel) weicher. Dadurch kommt es zu Instabilitäten. Oft können die Schwangeren schlecht gehen, liegen oder sitzen. Der Verlauf ist meist wellenförmig, alse schlimme Phasen wechseln sich ab mit Phasen, in denen die Schmerzen kaum noch bemerkbar sind.

Leider kann man nicht sehr viel gegen diese Symphysenlockerung machen. Akupunktur kann helfen. Ein Schwangerschaftsgurt eher nicht. Die Schwangere muß sich auf diese Situation einstellen und kommt noch einiger Zeit meist zurecht. Das Kind ist nicht in Gefahr. Auch die Geburt wird nicht behindert. Im Gegenteil, die Weitung des Beckens soll die Geburt erleichtern.

Wadenkrämpfe

Viele Schwangere leiden ünter nächtlichen Wadenkrämpfen. Diese Krämpfe lasse sich meist mit einer Magnesium einnahme behandeln. Magnesium beruhigt auch die Gebärmutter. Darum ist es in der Schwangerschaft erlaubt. Leider darf ich es nicht mehr (auf Kassenrezept) verordnen. Sie sollte aber ausreichend hoch dosieren 10 mmol pro Tag mindestens.

Ödeme der Beine und Hände

Auch die Einlagerung von Wasser ist häufig. Im Sommer mehr als im Winter. Diese Ödeme können im Zusammenhang mit erhöhtem Blutdruck und Eiweißausscheidung im Urin auf eine Gestose hinweisen. Eine Krankheit gegen Ende der Schwangerschaft, die Mutter und Kind gefährden kann. Zum Glück ist die Gestose selten und wird im Verlauf der Vorsorge meist erkannt. Die Ödeme ohne die anderen Symptome sind fast immer harmlos.

Auch wenn es viele anders denken: die Schwangere sollte in dieser Situation mehr Salz als üblich zu sich nehmen ("ein Löffel mehr"). Das Salz zieht die Flüssigkeit aus dem Gewebe wieder in die Gefäße. Ausschwemmen durch Reistage oder gar Diuretika verdicken das Blut und schaden. Darum macht man das heute nicht mehr. Beine Hochlegen und Schwimmen gehen schaden aber nicht.
Eventuell sind in dieser Situation (z.B. bei stehender Tätigkeit) Kompressionsstrümpfe hilfreich.

Krampfadern

Eine Schwangerschaft ist ein wichtiger Risikofaktor für Krampfadern. Nicht nur der Beine, sondern auch z.B. an den Schamlippen. Einzig sinnvolle Therapie bzw. Prophylaxe ist die Kompression. Die Schwangere solte also Kompressionsstrümpfe tragen. (Ärztliche Verordnung eines Hilfsmittels). Auch im Sommer, weil es da oft noch schlimmer ist. Hochlegen der Beine und Schwimmen sind aber auch hierbei positiv.

Sodbrennen

Auch schon bevor der Bauch ganz dick ist, leiden viele Schwanger unter Sodbrennen. Oft im Liegen. Der Verschluß des Magens zur Speiseröhre schließt nicht mehr richtig, Magensäure fließt zurück und verursacht das Brennen.
Oft hilft eine Kleinigkeit zu essen, Brot oder Zwieback. Auch ein Schluck milch ist oft ausreichend. Falls nicht, darf die Schwangere aber auch die bekannten Medikamente nehmen, die die Magensäure neutralisiern (Maaloxan, Renni...). Auch die aluminiumhaltigen werden nicht resorbiert, schaden also dem Kind nicht.

Hautveränderungen

Die bekanntesten Hautveränderungen sind die Schwangerschaftsstreifen. Bei Frauen, die dazu veranlagt sind, reißt die Haut über dem wachsenden Bauch auf und bilden rötliche Streifen. Dies blassen nach der Schwangerschaft ab, gehen aber niemehr ganz weg. Durch gute Pflege der Haut und regelmäßige Massage kann man vielleicht ein wenig tun. Einige Prodikte versprechen signifikant weniger Streifen. Ich bein davon aber nicht überzeugt.

Daneben gibt es viele schwangerschaftstypische Hautveränderungen, die z.T. auch stark jucken. Sie haben oft schöne Namen, die Ursachen sind aber noch nicht wirklich verstanden. Kommen Sie vorbei, wenn Sie solche Veränderungen bemerken. Je nach Beschwerden kann oder muß man sie behandeln. Ggf. schicke ich Sie natürlich weiter zum Hautarzt.

Blutungen in der Schwangerschaft

Blutungen in der Frühschwangerschaft machen der Schwangeren große Angst. Sie denkt sofort an eine Fehlgeburt. Zum Glück sind die meisten Blutungen harmlos. Der Muttermund ist in der Schwangerschaft empfindlicher. Nach einer gynäkologischen Untersuchung oder auch nach Verkehr kann es bluten.
In so einer Situation kann ich keine telefonische Diagnose stellen. Ich muß untersuchen, ob die Schwangerschaft intakt ist. Ab der 7. bis 8. Woche ist das durch Nachweis der Herzaktion des Feten im Ultraschall möglich. Das schlagenden Herz beruhigt die Familie und auch mich. Eine Therapie ist meistens nicht erforderlich. Ein weinig Ruhe ist meist ausreichend.

Natürlich kann es auch einmal eine Fehlgeburt sein, auch an eine Eileiterschwangerschaft muß ich denken. Hier sind ggf. Hormonkontrollen notwendig und die endgültige Diagnose kann ein paar Tage dauern.

Später in der Schwangerschaft können Blutungen durch einen tiefen Sitz des Mutterkuchens oder durch Öffnung des Mutermundes verursacht werden. Auch das ist nur durch eine Untersuchung festzustellen.

Vorzeitige Wehen

Mit zunehmender Dauer der Schwangerschaft wird der Bauch nicht nur dicker, er wird auch öfter hart. Das ist völlig normal. Diese Kontraktionen dürfen nur nicht zu einer Öffnung des Muttermundes führen. Das kann man mit der vaginalen Untersuchung und mit der Ultraschall Untersuchung des Gebärmutterhalses feststellen. Mit dem CTG (Wehenschreiber) wird kontrolliert, ob Wehen nachweisbar sind. Eine Infektion der Scheide muß ausgeschlossen werden.

Je nach Situation, Alter der Schangerschaft, Befund des Muttermundes und der Scheide ist eine Therapie erforderlich. Meist reicht etwas mehr Ruhe aus. Echte Bettruhe ist selten notwendig. Magnesium vermindert die Kontraktionen. Eine echte Wehenhemmung ist in der ambulanten Situation selten erforderlich. Wenn wirklich die Frühgeburt droht, muß die Schwangere ins Krankenhaus. Dort werden die Wehen mit einer Infusion gehemmt. Und es gibt Medikamente zur Lungenreifung. Zum Glück ist das sehr selten notwendig.

Öffnung des Muttermundes

Normalerweise öffnet sich der Muttermund erst mit Beginn der Geburt. Hat die Schwangere aber schon Kinder, kann er auch Wochen vorher schon auf 1-2-3 cm geöffnet sein. Ohne zusätzliche Wehen droht meist keine Gefahr.

Eine frühere Verkürzung des Gebärmutterhalses oder sogar Öffnung des Muttermundes erhöht aber die Gefahr einer Frühgeburt. Die Behandlung ist ähnlich: Ruhe einhalten, Infektion der Scheide behandeln, Magnesium oder Wehenhemmung. Und bei echter Gefahr natürlich ins Krankenhaus!

Immer wieder kommt die Frage, ob bei einem vorzeitigem Blasensprung eine Gefahr droht. In den meisten Fällen hat das kindliche Köpfchen Kontakt zum Becken aufgenommen und versperrt beim Blasensprung der Nabelschnur den Weg. Sie sollten dann zügig ins Krankenhaus, brauchen aber nicht zu liegen. Falls doch eine Risiko besteht, sage ich das im Rahmen der Vorsorge.

Schwangerschaftsdiabetes

Bei jeder 20., vielleicht sogar bei jeder 10. Schwangeren steigt der Blutzucker in den letzten 4 Monaten der Schwangerschaft leicht an. Bereits ein Wert von 100 mg% nüchtern weist häufig auf einen Schwangerschafts-Diabetes hin. Bedeutend ist diese Störung für die Entwicklung des Kindes: erhöhte Blutzuckerwerte können die Organreife verlangsamen und öfter zu kindlichen Problemen bei oder nach der Geburt führen. Die Kinder sind oft größer und schwerer, das macht die Geburt für die Mutter komplizierter und für das Kind gefährlicher.
Nach der Geburt haben die Kinder oft Anpassungsstörungen (Atemnot oder Unterzuckerung). Sie müssen häufiger in eine Kinderklinik verlegt werden.

Die Schwangere selbst spürt von einem leicht erhöhten Blutzuckerwert gar nichts und ist eigentlich nie durch den Gestationsdiabetes bedroht. Nach der Entbindung normalisiert sich der mütterliche Stoffwechsel fast immer. Darum kann diese Krankheit nur durch einen speziellen Belastungstest festgestellt werden.

Der Belastungstest wird zwischen der 24. und 28.. Woche durchgeführt. Es werden 50 g Traubenzucker in 200 ml Wasser aufgelöst und zügig getrunken. Eine Stunde später wird der Blutzucker in einem Blutstropfen aus der Fingerbeere bestimmt. Sie brauchen für den Test nicht nüchtern zu sein, auch die Tageszeit ist egal. Nach dem Trinken der Zuckerlösung dürfen Sie aber bis zur Messung nicht essen oder trinken.
Wenn wir Ihnen das Tütchen mit dem Zucker mitgeben, können sie die Lösung zu Hause trinken. Notieren Sie bitte die Uhrzeit. Dann bestimmen wir eine Stunde später den Blutzucker. Wir können die Lösung aber auch in der Praxis zubereiten. Dann müssen sie bis zur Blutzuckerbestimmung in der Praxis bleiben.

Der Grenzwert für den Test ist 140 mg%.

Ein auffälliger Suchtest ist ein Hinweis auf einen Schwangerschaftsdiabetes. Zur endgültigen Klärung überweise ich an einen Diabetologen. Dort wird ein vollständiger Belastungstest mit 75 g Traubenzucker morgens nüchtern durchgeführt. Es wird der Blutzucker nüchtern, nach einer und nach 2 Stunden bestimmt. Wenn dieser 75 g Test auffällig ist, dann liegt wirklich ein Gestationsdiabetes vor.

Wenn die Diagnose gestellt ist, ist die Mitbetreuung in der Diabetes-Schwerpunkt-Praxis notwendig. Hier wird eventuell noch weitere Diagnostik durchgeführt. Die Schwangere wird mit einem Blutzucker-Meßgerät versorgt und in die Selbstmessung eingewiesen. Die im Alltag gemessenen Werte werden in einem Büchlein dokumentiert.Entscheidend ist die Beratung zur Ernährung und Lebensführung. Damit ist in den meisten Fällen eine gute Einstellung des Blutzuckers möglich. Nur wenn dies nicht ausreicht, ist eine Einstellung mit Insulin erforderlich. Diese kann meist nach der Entbindung wieder abgesetzt werden.

Die Betreuung beim Frauenarzt geht mit kürzeren Intervallen normal weiter. Bitte bringen Sie das Büchlein mit den Werten auch mit zu mir. Bei einer gut eingestellten Mutter ist keine erhöhte Rate von Komplikationen bei Mutter oder Kind zu erwarten. Sie kann ambulant bis zur Geburt betreut werden. Die Rate an Kaiserschnitten ist nicht erhöht.

Hier ist unser Merkblatt als PDF Datei zum Ausdrucken.

Mehr über Diabetes erfahren Sie auch im Internet.

Beckenendlage

Eine Beckenendlage des Kindes sollte Sie erst ab der 34. Schwangerschaftswoche beunruhigen. Solange ist sie noch ganz normal. Aber auch danach kann sich das Kind noch bis zur Entbindung drehen. Sie können aber die selbständige Drehung des Kindes durch verschiedene einfache Übungen wirkungsvoll unterstützen und somit zu einer leichteren Entbindung beitragen. In Einzelnen handelt es sich um folgende Übungen:

Bei der sogenannten indischen Brücke wird eine Schräglage eingenommen, die durch Unterschieben z.B. eines keilförmigen Polsters unter den Steiß erreicht werden kann. Es sollte dabei auf eine möglichst bequeme, entspannte Lage geachtet werden. Hierdurch kommt es zu einer Lockerung der innigen Beziehung zwischen dem kindlichen Steiß und Ihrem Beckeneingang, was dem Kind vermehrt Bewegungsspielraum läßt und eine spontane Drehung des Kindes begünstigt.
Als Alternative zur indischen Brücke kann auch die Knie-Ellbogen-Lage eingenommen werden, was im Prinzip den selben Effekt erreicht, nur daß hierbei Ihr Rücken nach oben gerichtet ist. Diese Lagerungsübung kann täglich 1- 2 x für die Dauer von 10 - 15 Minuten durchgeführt werden. Hören Sie entspannende Musisk dazu.

Die chinesische Moxibustion ist die Aufwärmung eines bestimmten Akupunkturpunktes (Zhiyin, Bl. 67, an der kleinen Zehe außen) mit einer glimmenden Moxazigarre. Die Anwendung kann z.B. nach entsprechender Anleitung durch Ihren Mann oder eine andere Ihnen vertraute Person zu Hause erfolgen.
Dauer der Anwendung etwa 5 - 10 Minuten auf jeder Seite ein- bis zweimal pro Tag.

Zur sanften Lichtwendung benötigen Sie eine einfache, lichtstarke Taschenlampe, am besten eine Halogen-Lampe. Diese wird im oberen Teil der Gebärmutter etwa in Blickrichtung Ihres Babys auf den Mutterleib aufgesetzt. Hiervon dringt ein blasser, rötlicher Schimmer bis in die normalerweise dunkle Gebärmutterhöhle hinein und kann von Ihrem Baby wahrgenommen werden. Allmählich können Sie dann die Taschenlampe an der Bauchseite des Kindes entlang der Gebärmutterseitenwand in Richtung Unterleib wandern lassen. Wenn Ihr. Kind nicht beim ersten Durchgang hierauf reagiert, sollte dieser Vorgang mehrmals in gleicher Weise wiederholt werden. Etliche Kinder finden offenbar diesen nach unten wandernden Lichtschimmer so interessant, daß sie ihm folgen möchten und sich somit ihre Position von der Beckenendlage in die günstigere Schädellage verwandelt.

Diese Übungen sind selbstverständlich absolut harmlos und sind dazu geeignet, Ihnen und Ihrem Kind zu einer leichteren Geburt zu verhelfen. Leider gelingt es nicht in allen Fällen auf diese Weise, das Kind zu einer Eigendrehung in die günstigere Schädellage zu veranlassen. Frauen, die die hier beschriebenen Methoden ausnützen, die wir unter der Bezeichnung sanfte kombinierte Wendung zusammenfassen, haben eine 4 - 5fache Chance, daß sich das Kind noch rechtzeitig dreht gegenüber jenen Frauen, die solche Übungen nicht durchführen.

Sollten Sie zu jenen Frauen gehören, bei denen das Kind sich trotz dieser Übungen nicht dreht, besteht darüber hinaus noch die Möglichkeit der sogenannten klassischen Wendung. Dies ist aber bereits ein medizinischer Eingriff mit gewissen Risiken und entsprechend notwendigen Sicherheitsvorkehrungen, so daß dies nicht routinemäßig angewendet wird.