Informationen zum Schwangerschaftsabbruch

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ungewollte Schwangerschaft

Liebe Patientin,

Sind schwanger, hatten jetzt aber keine Schwangerschaft geplant. Sie denken deshalb darüber nach, die Schwangerschaft abzubrechen. Bedenken Sie bei allen Entscheidungen bitte, dass das Kind in Ihnen auch ein Recht auf Leben hat. Prüfen Sie bitte, ob nicht auch in ihrer Situation das Austragen des Kindes und das Leben mit dem Kind möglich ist.

Nach dem deutschen Abtreibungsrecht wird eine Abtreibung nicht bestraft, wenn sie bis zur 14. Woche nach dem ersten Tag der letzten Regel durchgeführt wird. Vorher muss eine Beratung bei einer anerkannten Beratungsstelle erfolgen. Zwischen der Beratung und dem Abbruch müssen mindestens 3 Tage liegen.

Die Krankenkasse bezahlt die Abtreibung nicht. Sie müssen sie also selber bezahlen. Bei Bedürftigkeit (eigenes Einkommen unter € 1142 plus € 270 pro Kind und kein kurzfristig verwertbares Vermögen) übernimmt ihre Krankenkasse die Kosten doch! Sie sollten deshalb auf jeden Fall dort nachfragen. Wenn Sie in keiner Krankenkasse sind (z.B. als Sozialhilfeempfängerin) wenden Sie sich bitte an eine Krankenkasse in Ihrem Wohnort.

Wie geht es jetzt weiter?

  • Ich bescheinige Ihnen das Bestehen einer Schwangerschaft und das Schwangerschaftsalter.
  • Sie sollten mit Ihrem Partner oder mit anderen Personen Ihres Vertrauens diese ungewollte Situation besprechen.
  • Wenn für Sie ein Schwangerschaftsabbruch in Frage kommt, müssen Sie bei einer Beratungsstelle einen Termin für das Beratungsgespräch vereinbaren.
  • Sprechen Sie mit der zuständigen Krankenkasse. Wenn sie die Bedürftigkeit anerkennt, stellt sie eine Bescheinigung über die Kostenübernahme aus.
  • Haben Sie einen alten Mutterpass oder einen Blutgruppenausweis? Dann bringen Sie ihn bitte zu den folgenden Terminen mit.
  • Kommen Sie bitte nach dem Beratungsgespräch wieder zu mir. Wenn Ihre Blutgruppe nicht bekannt ist, muß sie noch bestimmt werden. Eventuell sind auch weitere Laboruntersuchungen notwendig. Sie benötigen außerdem eine Überweisung für den Abbruch.
  • Außerdem stehe ich Ihnen bei allen Fragen und Problemen zur Verfügung.

Adressen:

1. Beratungsstellen

Donum Vitae
Bahnhofstraße 36
48249 Dülmen
Tel.: 02594 / 786555
Pro Familia
Ludgeriplatz 12
48151 Münster
Tel.: 0251 / 45858
Beratungsstelle der Diakonie
Rosenstraße 18
48653 Coesfeld
Tel.: 02541/5026 (02594/913-512)
Innere Mission
Hörster Straße 29
48143 Münster
Tel.: 0251 / 49015-0
Stadt Münster
Ludgeriplatz 11 - 13
48149 Münster
Tel.: 0251 / 4921
Schwangerschaftskonfliktberatung
des Kreises Coesfeld
Kreuzweg 25 48249 Dülmen
Tel.: 02594 / 9436-95
donum vitae Münster e.V.
Scharnhorststraße 66
48151 Münster
Tel.: 0251 / 1448818
- Schwangerschaftskonfliktberatung
des Kreises Coesfeld
Schützenwall 16
48653 Coesfeld
Tel.: 02541 / 18-367

2. Krankenkassen

AOK Coesfeld
Jakobiring 9
48653 Coesfeld
Tel.: 02541 / 12-0
- AOK Dülmen
Münsterstraße 15
48249 Dülmen
Tel.: 02594 / 943824

Medikamentöser Abbruch mit Mifegyne

Bis zum Ende der 9. Woche ist ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch möglich. Der Ablauf ist wie oben beschrieben: mit Beratung und 3 Tagen Bedenkzeit.

Wir führen nur Abbrüche mit der Tablette durch. Das Vergehen erfordert 3 Termine:

  • Sie benötigen folgende Unterlagen:
    • Bescheinigung über das Beratungsgespräch
    • Bescheinigung über das Alter der Schwangerschaft
    • Mutterpass / Blutgruppenausweis
    • evtl. weitere Laborwerte
    • ggf. Unterlagen über sonst vorliegende Krankheiten
    • Bescheinigung über die Kostenübernahme von der Krankenkasse. Der Abbruch wird dann anonymisert abgerechnet.
    • Wenn Sie selbst bezahlen, können Sie das mit Karte oder bar beim ersten Termin machen.
  • 1. Termin:
    • Per vaginaler Untersuchung auf dem Gyn-stuhl und mit vaginalem Ultraschall wird das Schwangerschaftsalter bestätigt.
    • Ich erläutere Ihnen den Ablauf anhand eines Aufklärungsbogens.
    • Sie unterschreiben, dass Sie alles verstanden haben und den Abbruch wünschen.
    • Sie schlucken eine Tablette Mifegyne 600
    • Nach dieser Tablette passiert normalerweise noch nichts. Die Übelkeit kann zu nehmen. Sie können normal arbeiten.
  • 2. Termin:
    • 2 Tage später kommen Sie wieder.
    • Je nach Schwangerschaftsalter und Gesamtsituation schlucken Sie ein anderes Medikament oder ich lege es in die Scheide ein.
    • Wenn Ihre Blutgruppe RH negativ ist, bekommen Sie eine Spritze, damit sich keine Antikörper bilden.
    • Sie gehen anschließend nach Hause. Dort sollte jemand zu Ihrer Betreuung da sein. Arbeitsfähig sind sie an diesem Tag normalerweise nicht. Die Blutungen setzten nach der Anwendung des Prostaglandins ein. Ob schon nach einer halben Stunde oder erst nach 4 - 8 Stunden kann man nicht vorhersagen. Es können stärkere Schmerzen als bei einer Regelblutung auftreten. Starke Blutungen sind möglich und normal. Bei Bedarf können Sie Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen) einnehmen. Sie bemerken den Abgang, die Blutung hält schwacher dann aber noch einige Tage bis Wochen an.
  • 3. Termin:
    • Die Nachuntersuchung 2 - 3 Wochen nach dem Abbruch ist unbedingt erforderlich um festzustellen, ob die Ausstoßung vollständig war und die Schwangerschaft beendet wurde.
    • Der 3. Termin sollte auch bei uns sein, damit eine selten nötige Nachbehandlung organisiert werden kann.

Operativer Schwangerschaftsabbruch

Wenn Sie schon weiter sind in der Schwangerschaft oder aus anderen Gründen lieber einen operativen Abbruch wünschen, schicke ich Sie zu einem Kollegen weiter.

Zum besprochenen Operationstermin lassen Sie sich bitte bringen. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt. Sie können allerdings nicht selber zurückfahren.
Sie müssen folgende Unterlagen mitnehmen:

  • Bescheinigung über das Beratungsgespräch
  • Bescheinigung über das Alter der Schwangerschaft
  • ggf. eine Überweisung
  • Mutterpass / Blutgruppenausweis
  • evtl. weitere Laborwerte
  • ggf. Unterlagen über sonst vorliegende Krankheiten
  • Bescheinigung über die Kostenübernahme von der Krankenkasse. Der Abbruch wird dann anonymisert abgerechnet.
  • Wenn Sie selbst bezahlen, denken Sie an das Geld.

Nach den Eingriff betreue ich Sie gerne weiter. Bei der Nachuntersuchung, aber auch bei Komplikationen oder Fragen.